Lektion 5.2 – Untergrund prüfen

Lektion 5.2 – Den Untergrund richtig prüfen

Lernziel: Sie lernen, wie Sie Ihren Untergrund sicher beurteilen, um teure Folgeschäden durch abplatzende Fliesen oder undichte Stellen auszuschließen.

Herzlich willkommen zu Lektion 5.2

Wir widmen uns heute der wichtigsten Grundlage Ihres gesamten Projekts: Ihrem Untergrund.

Stellen Sie sich die Abdichtung und die Fliesen wie ein massives Haus vor. Wenn das Fundament bröckelt oder nachgibt, nützt das beste Material beim Aufbau nichts. Ein Großteil aller Feuchtigkeits- und Fliesenschäden entsteht nicht durch schlechtes Werkzeug, sondern weil auf einem feuchten, staubigen oder losen Untergrund weitergearbeitet wurde.

Damit Ihnen genau das nicht passiert, prüfen wir Ihre Ausgangslage jetzt mit drei einfachen, aber hochprofessionellen Handwerker-Tests, die Sie sofort selbst anwenden können:

1. Die Wischprobe (Prüfung auf Staub und Trennmittel)

Fahren Sie mit der flachen, trockenen Hand oder einem dunklen Tuch fest über die Wand oder den Boden. Bleibt viel Staub hängen oder fühlt sich die Fläche sandig an? Dann haben Abdichtung und Kleber später keine Chance, sich fest mit der Wand zu verbinden.

Die Lösung: Einmal gründlich absaugen und anschließend fachgerecht grundieren, um den restlichen Staub zu binden.

2. Die Kratz- und Klopfprobe (Prüfung auf Tragfähigkeit)

Nehmen Sie einen spitzen Gegenstand (z. B. einen Schraubenzieher) und ritzen Sie leicht in den Putz oder Estrich. Bröckelt das Material sofort großflächig ab? Klopfen Sie zusätzlich mit dem Griff eines Hammers den alten Putz ab. Klingt es an einigen Stellen hohl?

Die Lösung: Alles, was hohl klingt oder lose ist, muss kompromisslos entfernt und neu verspachtelt werden. Nur ein fester Untergrund trägt später das Gewicht Ihrer Fliesen.

3. Die Feuchtigkeitsprüfung (Prüfung auf Restfeuchte)

Besonders bei neuem Estrich oder frisch verputzten Wänden ist Geduld gefragt. Das Material wirkt oberflächlich oft trocken, hat im Kern aber noch Feuchtigkeit. Wird diese Feuchtigkeit nun durch die Abdichtung eingeschlossen, kommt es zu schweren Bauschäden.

Die Lösung: Halten Sie sich strikt an die Trocknungszeiten der Hersteller. Wenn Sie unsicher sind, kleben Sie ein Stück durchsichtige Folie (ca. 50×50 cm) luftdicht an den Rändern auf den Boden. Bildet sich nach 24 Stunden Kondenswasser unter der Folie, ist der Boden noch zu feucht für den nächsten Schritt.

Ergebnis für Sie

Sie wissen nun genau, wie Sie die typischen Schwachstellen entlarven. Nehmen Sie sich für diese Prüfung Zeit. Sobald Ihr Untergrund fest, sauber und trocken ist, können Sie mit einem absolut sicheren Gefühl in den nächsten Arbeitsschritt gehen.

Wir sehen uns in Lektion 5.3!